Fürs Rezept einfach nach unten scrollen

SPITZKOHL – aus der Familie der Kreuzblütengewächse 

Einer der zartesten Teilhaber der 44-köpfigen Kohlfamilie, der seinen Namen der kegelförmigen, spitzzulaufenden Kopfform verdankt. Beim Spitzkohl handelt es sich um eine Frühsorte der Kopfkohle, die bereits im April geerntet wird, später im Jahr als Sommerkohl zu finden und auch in Herbst und Winter verfügbar ist. Bis heute ist unklar, ob der Spitzkohl durch Mutation oder bewusste Züchtung entstanden ist. Wildformen des Kohls wurden allgemein bereits vor Jahrtausenden kultiviert, zufällige Erbveränderungen brachten neue Kohlsorten hervor. Beim Spitzkohl sind die Blätter besonders locker um den Strunk gewickelt, er hat feinere Blattrippen und sein Gesamtgewicht ist viel leichter als das runder Weißkohlköpfe. 

Eine besondere Sommerspitzkohlsorte ist das sogenannte Filderkraut, benannt nach der fruchtbaren Ebene Fildern bei Stuttgart. Sie birgt durch ihren Lösslehmboden perfekte Wachstumsbedingungen für die besonders groß gewachsene Variante des Spitzkohls, die gerne für die Herstellung von Sauerkraut verwendet wird. Spannend ist, dass der Anbau von Spitzkohl immer mehr abnahm, da durch die Industrialisierung der Sauerkonservenindustrie und die maschinelle Verarbeitung der Anbau von Rundkohlen rentabler wurde. 

Geschmacklich ist Spitzkohl feiner und milder als seine runden Geschwister. Über das Jahr entwickelt er sich von besonderer Milde im Frühjahr, zu kräftigerem Geschmack in Herbst und Winter. Um viele der wertvollen Inhaltsstoffe bestmöglich aufzunehmen, sollte man Spitzkohl möglichst frisch verzehren. Die Frische lässt sich am besten an der grünen Farbe und der Knackigkeit der Blätter erkennen. Gelbe Verfärbungen sind ein Anzeichen für Überlagerung. Frisch erhalten lässt er sich am besten in ein feuchtes Küchentuch gewickelt im Kühlschrank. Kulinarisch ist Spitzkohl vielfältig einsetzbar, besonders wohlschmeckend ist er als Salat, aber auch gegart, gegrillt oder als Basis für Wickel und Rouladen ein Genuss. 

TIPP: Kohlblätter eignen sich als Auflage bei Gelenkbeschwerden, Halsschmerzen und Geschwüren. Dafür ein gesäubertes und flach gedrücktes bzw. gewalztes Blatt auf die schmerzenden Stellen auflegen und mit einem Baumwolltuch umwickelt wirken lassen – die Blätter haben eine entzündungshemmende und entgiftende Wirkung. 

Rezeptvorschlag: Spitzkohl-Kartoffel-Pfanne

ZUTATEN:

Für 2-3 Portionen

  • 1 Spitzkohl
  •  2-3 Kartoffeln
  •  2-3 Schalotten/ kleine Zwiebeln
  •  1 Bund Koriander

ZUSÄTZLICH:

  • 1-2 handvoll Kokosraspeln
  • 2 EL Senfsaaten
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • Saft von einer halben Zitrone
  • 3-4 EL Öl
  • Salz & Pfeffer
  • Chiliflocken

ZUBEREITUNG

  1. Kartoffeln waschen, halbieren oder vierteln und in Salzwasser für ungefähr 15 Minuten kochen.
  2. Die Kokosraspeln in einer Pfanne ohne Öl rösten und zur Seite stellen.
  3. Den Kohl in dünne Streifen schneiden & die Zwiebeln klein schneiden.
  4. Kohl mit etwas Öl und den Zwiebeln in der Pfanne mit Senfsaaten, Kreuzkümmel, Salz & Pfeffer würzen und für ca. 15 Minuten anbraten.
  5. Dann die Kartoffeln mit einer Gabel grob zerstoßen und zum Kohl dazugeben. 
  6. Zum Schluss Zitronensaft hinzugeben. 
  7. Den Koriander fein hacken und mit den Kokosraspeln und nach Bedarf die Chiliflocken unterheben.